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Wer war eigentlich . . .

Alle Jahre wieder, im Sommer 2018 zum 40. Mal, im Winter 2018/19 zum 32. Mal, ist das „Kay Lund-Gedächtnisturner“ in aller Munde, na ja, in aller Munde der Düsternbrooker und von Tennisspielern im ganzen Norden. Der Bekanntheitsgrad weitet sich nach neuen DTB-Turnierbestimmungen immer weiter aus. In diesem Winter waren sogar Spieler/innen aus Westdeutschland und aus dem Osten der Republik am Start.

Ja, wer war denn eigentlich dieser Kay Lund?

Wer könnte besser über ihn berichten als sein Altersgenosse und Kommilitone Dr. Dietrich Koreuber, der lange Zeit nach Kay Lunds Tenniskarriere Vorsitzender der TGD war und in Wort und Schrift ein außerordentliches Talent aufwies.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Kay Lund die erste (die Betonung liegt auf erste) glanzvolle Epoche der TG Düsternbrook einleitete, jetzt da Angelique Kerber Jahrzehnte später gar Grand Slams gewonnen hat und Wimbledonsiegerin des Jahres 2018 ist.

Dr. Koreuber in „Die Geschichte der Tennisgesellschaft Düsternbrook/ 1898 bis 1998“: „Kometengleich vollzog sich der Aufstieg dieses Spielers. Mit 12 oder 13 Jahren war der Zahnarztsohn aus der Lornsenstraße in den Club gekommen, wo seine außerordentliche Begabung schnell erkannt wurde. Die Jugendmeisterschaften von Club, Land und Norddeutschland waren schnell übersprungene auf dem Weg zum stolzen Titel eines deutschen Jugendmeisters, den Kay 1928 als Sechszehnjähriger erstmals und den ihm bis zum 18. Lebensjahr niemand streitig zu machen vermochte.

Schnell erschien der Name dieser ausgesprochenen Tennisbegabung in der deutschen Rangliste und der Student der Medizin folgte einem Ruf in die Hauptstadt, spielte fortan für Rot-Weiß Berlin, . . . .Zu der Zeit nahm auch seine Freundschaft mit Gottfried von Cramm, . . ., ihren Anfang.“

Gottfried von Cramm, der Tennisbaron wurde er von der Presse genannt, starb nach einem schweren Autounfall 1976 in Kairo noch 3 Jahre vor Kay Lund. Kay Lund wurde 1979 Opfer von Spätfolgen seiner schweren Kriegsverletzungen. Er verlor in Polen im 2. Weltkrieg bei seinem Einsatz „für Volk und Vaterland“ einen Arm, ein Bein musste nach unzähligen Operationen versteift werden.

Weiter Dr. Koreuber in der Vereinschronik: „Seine Bindungen an seinen alten Kieler Club hat er darüber jedoch immer gepflegt und erhalten. Sportlicher Höhepunkt im Leben Kay Lunds war zweifellos das Jahr 1937, in dem er – damals mit Denker und Dr. Herbert Tuebben in der deutschen Rangliste gleich hinter von Cramm und Henner Henkel plaziert – im Davis Cup-Interzonenfnale gegen die USA mitspielte und zwar im Doppel an der Seite von Cramms. Jenes Doppel, das praktisch über den Gesamtausgang entschied, ist in die deutsche Tennisgeschichte eingegangen:von Cramm/Lund hatten Matchball gegen ihre Gegner Allisson/van Rhyn!“

In der Jahreszahl könnte der Chronist sich irren. Andere Recherchen haben ergeben, dass es das Jahr 1935 war. Aber das mit dem Matchball stimmt, und er ging verloren, weil der bekannt faire Sportsmann von Cramm dem Schiedsrichter eine Netzberührung beim Verwandeln der Balles anzeigte.

Nicht ganz so erfolgreich wie die Tenniskarriere des Kay Lund verlief sein „Ausflug“ in die Medizin. Sehr zum Bedauern seines Vaters hängte er das Medzinstudium alsbald an den Nagel, um Sänger zu werden. Als er starb, war Kay Lund Hotelier in Badenweiler.

Nach Kay Lunds Tod entschlossen sich die beiden Schwestern, Frau Schönemark und Frau Seibel, der TGD einen der wertvollen Preise aus des Bruders großer Sammlung zu schenken, den seinerzeit von der Stadt Kiel gestifteten Pokal, ausgesetzt für den damaligen Sieger eines damals alljährlich in Düsternbrook ausgetragenen Turniers, das Kay Lund 1927, 1928 und 1930 noch als Junior gewann. Inzwischen wird der Pokal beim Kay Lund-Gedächtnisturnier im Sommer ausgespielt, und Jahr für Jahr werden die Siegernamen auf dem Pokal eingraviert.

Anmerkung: die Fotos stammen aus der umfangreichen Tennissammlung des Düsternbrookers Ali Landt.


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